Das Logo des EBSW

Evangelischer
Blinden- und
Sehbehindertendienst
Württemberg e.V.

Internationales Blindenzeichen

EBSW in Punktschrift

Diakonisches Werk Württemberg

Startseite

Kalender

Kontakt

Spenden

Impressum

Datenschutz

EBSW - Wort auf den Weg 3/2014

Liebe Mitglieder und Freunde des EBSW!

Es gibt wenige Menschen, die sich an der kalten Jahreszeit, die wir gegenwärtig erleben, freuen können. Vielleicht am ehesten die Skifahrer. Aber dann muss es richtig Schnee geben. Und dann muss man in den Bergen sein, nicht im Flachland. Die meisten schimpfen über das kühle, windige und oft regnerische Wetter. Am meisten die Autofahrer. Aber auch für blinde und stark sehbehinderte Menschen ist es besser, die Gehwege sind frei von Eis und Schnee. Sie bleiben daher in dieser Zeit am liebsten zu Hause.

Kann man den Wintermonaten nicht auch etwas Positives abgewinnen? Ich denke, jede Jahreszeit hat ihre Vorteile und ihre Nachteile. Der Winter ist eine Zeit des Rückzugs. Der Winter ist Brachzeit. Die Natur zieht sich zurück. Und auch wir Menschen schätzen, wenn es draußen bitter kalt ist, die behagliche Wärme der eigenen Wohnung. Wie gut schmeckt da eine Tasse Tee oder Kaffee! Wie schön ist es, in dieser Zeit von Freunden und Bekannten Besuch zu bekommen und ausgiebig Zeit zu haben zum Gespräch.

Welches Teufelchen hat denn da wieder seine Hand im Spiel gehabt, dass ausgerechnet die Wochen vor dem Weihnachtsfest jedes Jahr für viele Zeitgenossen zu einer überaus stressigen Zeit werden? Das muss doch nicht sein! Jetzt ist Ruhe angesagt. Und Kommunikation – sei es im direkten Gegenüber oder per Telefon. Vielleicht gibt es auch Arbeiten, die im Laufe des Jahres liegen geblieben sind. Vielleicht gibt es Personen in meinem Bekanntenkreis, an die ich manchmal denke, die ich aber schon lange nicht mehr gesprochen habe. Jetzt ist Zeit dazu – oder sollte es jedenfalls sein. Wenn es draußen stürmt, regnet oder schneit, dann bin ich zu Hause gut aufgehoben.

Nach der Erzählung vom Ende der Sintflut ist der Wechsel der Jahreszeiten nicht nur zufällig eine in der Natur vorhandene Ordnung. Er entspricht vielmehr Gottes Willen. „Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht!“ (1. Mose 8,22). Wir können zwar mit elektrischer Beleuchtung die Nacht zum Tag machen. Aber es ist nicht gut, den von Gott vorgegebenen Rhythmus gänzlich zu ignorieren. Dann wird man krank. Wir freuen uns im Sommer an warmen, sonnigen Tagen. Aber die kalten und dunklen Tage der Wintermonate haben auch ihren Reiz! Um ihn zu entdecken, müssen wir nur die besondere Chance des Winters nützen: die überschüssige Zeit im eigenen Zuhause. In der Natur ist die Brachzeit eine Zeit der Vorbereitung auf das neu aufkeimende Leben. Bei uns Menschen sind es oft gerade die Phasen des Rückzugs und der Stille, in denen wir spüren, was Gott mit uns und unserem Leben vor hat.

Ich wünsche Ihnen eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit – ohne viel Stress, aber mit viel freier Zeit für andere, für Sie selbst und für Gott.

Pfarrer Dr. Eberhard Grötzinger

nach oben

© 2014 by EBSW | Zuletzt geändert am: 8.7.2018