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EBSW - Frühlingstage in Moritzburg 2026

Vielfalt in Sachsen

Bunt und vielfältig waren die Gruppe und das Programm in und um Moritzburg bei Dresden.

Wer den Stuttgarter Hauptbahnhof mal etwas weniger hektisch erleben will, dem sei an dieser Stelle der frühe Sonntagmorgen empfohlen. Die Freizeitgruppe traf sich hier am Sonntag 31.05. um neun Uhr zum ersten Mal. Es war schnell klar, dass hier eine sehr vielfältige Gruppe zusammengekommen war. Altersmäßig waren sie von Mitte zwanzig bis Mitte achtzig.

Diejenigen, deren Lieblingsbeschäftigung es ist, über die unzuverlässige deutsche Bahn zu schimpfen, kamen an diesem Tag einmal nicht auf ihre Kosten. Die Fahrt nach Dresden klappte hervorragend. Ja, auch mit der Bahn kann man pünktlich ankommen.

Nach Zimmerbezug und Nahrungsaufnahme kam es noch zu einer abendlichen kurzen Vorstellungsrunde.

Der nächste Tag war ein eher ruhiger. Nach einer gemütlichen Gesprächsrunde haben wir den Nachmittag dazu benutzt, Moritzburg etwas unsicher zu machen; aber keine Sorge: Es ist nichts Schlimmes passiert.

Der Dienstag war dann so etwas wie ein Großkampftag. Es kam der Tagesausflug nach Dresden mit Frauenkirche und einer sehr interessanten Stadtführung. Abends war dann nicht mehr viel Energie übrig für Heldentaten.

Am Mittwoch haben wir das bekannte Moritzburger Schloss genauer unter die Lupe genommen. Es wurde schon öfter als Filmkulisse benutzt. Wir staunten nicht schlecht über das Gebäude, das nie wirklich bewohnt war, sondern nur manchmal als Jagdschloss verwendet wurde. Der nicht nur in Sachsen bekannte König August der Starke hat hier viel Geld und Aufwand investiert für so ein überwiegend leerstehendes Schloss. Schon die überall verwendeten Ledertapeten waren aus heutiger Sicht ein unvorstellbarer Finanz- und Arbeitsaufwand.

Am Donnerstag kam ein anderes Thema dran; es ging um Karl May und seine Indianergeschichten. Wir besuchten die Villa Shatterhand in Radebeul, ein Haus, in dem der Autor mit seiner zweiten Frau seine letzten Lebensjahre verbracht hat. Heute ist es umfunktioniert zum Museum. Unsere Führerin konnte auch hier viel Eindrückliches über die Zeit von Karl May und seine Lebensumstände erzählen.

Am Freitag gab es noch einmal einen Tagesausflug in die weit über Sachsen hinaus bekannte Porzellanmanufaktur nach Meißen. Wir konnten viel erfahren über die aufwendige Herstellung der Dinge, die hier seit über dreihundert Jahren aus Porzellan gefertigt werden. Es ist die älteste europäische Porzellanfabrik ihrer Art. Ein in jeder Hinsicht besonderes Highlight war eine große Vase zum Preis von 250.000 Euro. Wir hatten alle zusammen leider nicht so viel Bargeld dabei, um sie erwerben zu können. Sie wird wohl immer noch in Meißen stehen.

Eine Schifffahrt auf der Elbe haben wir an diesem Tag auch noch gemacht. Das war übrigens der einzige, an dem es nicht ganz trocken blieb.

Am Samstag besuchten wir das Käthe-Kollwitz-Haus in Moritzburg. Die recht bekannte Malerin hat hier die letzten Monate ihres Lebens verbracht und ist dort verstorben.

Nach einem sonntäglichen Gottesdienst teilte sich die Gruppe auf. Die einen machten eine Kutschfahrt, die anderen erkundeten die Gegend zu Fuß.

Am Montag war schon wieder unser Abreisetag gekommen. Ich denke, dass die meisten in Sachsen auf ihre Kosten gekommen sind. Ich denke nicht, dass ich das Programm wesentlich anders zusammengestellt hätte als unsere Leiterin Annette Harter-Dieterle. Einen Erholungsurlaub hatten wir nicht, aber damit habe ich überhaupt nicht gerechnet. Alles in allem waren wir viel auf den Beinen im Gehen und Stehen, und unsere Unterkunft war nicht in allem herausragend, aber mir hat das den Urlaub nicht verdorben.

Manfred Strecker

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