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EBSW - Bericht von der Wanderfreizeit 2018

Wanderwoche im „lieblichen Taubertal“

Von Montag bis Freitag, 14. bis 18. Mai 2018, erlebten wir, 17 blinde, sehbehinderte und sehende Wanderer, wunderschöne Tage in Bad Mergentheim im Hohenloher Land mit seinem sanft geschwungenen hügeligen und waldreichen Charakter.

Bei der Stadtführung gleich am Montagnachmittag erfuhren wir viel über die Geschichte der Stadt, die sehr stark durch den Orden der Deutschen Ritter geprägt ist. Dieser wurde 1190 in Akkon im Heiligen Land gegründet. Im Jahr 1219 schenkten drei Brüder aus dem Haus Hohenlohe, von einem Kreuzzug zurückgekehrt, ihre Wasserburg und andere Besitzungen in Mergentheim dem neu gegründeten Deutschen Orden. Die Burg entwickelte sich in der Folgezeit zur Hauptresidenz der Deutschmeister, und viele bedeutende Gäste wie der Kaiser und einflussreiche Fürsten wurden dort empfangen. Erst mit der Aufhebung des Deutschen Ordens unter Napoleon endete dieser höfische Glanz im Jahre 1809, und Mergentheim wurde ins Königreich Württemberg eingegliedert. Seit 1961 befindet sich im Schloss das Deutschordensmuseum. Hier kann auch die berühmte, wunderbar verzierte Wendeltreppe aus dem Jahr 1574, die nur an der Außenwand verankert ist, besichtigt
werden.

Unsere Wanderungen waren immer begleitet von einem vielfältigen Grillen- und Vogelkonzert, und zweimal konnten wir sogar dem kunstvollen und bezaubernden Gesang der Nachtigall lauschen! Ca. zwölf km sind wir täglich gewandert, am Dienstag und Mittwoch begleitet von unserem kompetenten und engagierten Wanderführer Helmut Fischer vom Schwäbischen Albverein Bad Mergentheim.

Während unserer ersten Wanderung am Dienstag berichtete er uns, dass man an der Tauber und ihren Nebenflüssen seit einigen Jahren wieder Biber beobachten kann, und wir durften ein von ihm mitgebrachtes ausgestopftes Mutter-Kind-Paar betasten – sehr beeindruckend war das langhaarige, weiche Fell. Der europäische Biber zählt zu den international bedrohten Tierarten und ist EU-weit streng geschützt.

Eine sehr angenehme und erholsame Überraschung erwartete uns bei unserer Wanderung durch die Weinberge am Mittwoch: Herr Fischer hatte morgens schon an einer Stelle des Wanderweges Wein und Weingläser deponiert, und wir durften zwei Sorten des bekannten, köstlichen „Tauberschwarz”-Rotweins probieren, eine trockene und eine lieblichere.

Ein ganz besonderer Höhepunkt war unser Besuch im Wildpark Bad Mergentheim. Dort leben über 70 fast ausnahmslos europäische Tierarten auf insgesamt 35 ha Fläche, darunter das größte Wolfsrudel Europas mit ca. 30 Tieren, dem unser Besuch hauptsächlich galt. Der Tierpfleger, der uns begleitete, hatte uns ein Wolfsfell, das sich sehr borstig anfühlt, und ein Wolfsgebiss zum Anfassen mitgebracht. Mit dem Gebiss lassen sich auch sehr feste Knochen zerbeißen. Er forderte uns auf, einmal ganz laut zu heulen, und wir konnten es nicht fassen, als die scheuen Tiere uns minutenlang antworteten – ein Chor aus höheren und tieferen Stimmen –, wie, um ein undefinierbares, fremdes Rudel abzuwehren.

Ein weiteres Wanderziel war der Bad Mergentheimer Vorort Stuppach. Er ist bekannt durch die „Stuppacher Madonna“ von Matthias Grünewald aus dem Jahr 1519, eines der berühmtesten mittelalterlichen Tafelbilder.

Jeden Abend freuten wir uns auf das gute Abendessen im Hotel in dem gemütlichen Raum, den wir ganz für uns alleine hatten und in dem wir den Abend in aller Ruhe ausklingen lassen konnten, jedesmal auch mit einem vorgelesenen Impuls von unserer Freizeitleiterin Dorothee Hahn oder ihrem Mann Eberhard. Obwohl die beiden noch stark unter den Folgen eines grippalen Infekts zu leiden hatten, waren sie jederzeit ansprechbar und wussten in allen Fällen Hilfe und Rat. Wir möchten uns bei ihnen für die gute Organisation und ihren unermüdlichen Einsatz ganz herzlich bedanken, wie auch bei unseren beiden Autofahrern Siegfried und Renate Harken, denen keine Fahrt für uns zu viel war. Danke sagen wir auch unseren sehenden Begleitern, die uns so gut geführt und versorgt haben, und überhaupt der gesamten Gruppe für die gute Gemeinschaft, in der jede und jeder willkommen war!

Regula Kinzler-Nickel

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© 2014 by EBSW | Zuletzt geändert am: 26.9.2018